Eine Welt voller Held*innen

 © Christian Husar


Sehr geehrte Freund*innen der Bühne Baden,
liebe Heldinnen und Helden,
 
es ist uns gelungen, die Produktionen der Winterspielzeit 2020/2021 bzw. des Sommers 2020, die nicht das Bühnenlicht der Welt erblicken durften, mit geringen besetzungstechnischen Änderungen in die Saison 2021/2022 zu verpflanzen. 
 
Darüber hinaus wird die Neuinszenierung von Emmerich Kálmáns opernhaftem Meisterwerk KAISERIN JOSÉPHINE vollszenisch zu erleben sein. Ich war gerührt, dass mich Kálmáns Tochter Yvonne damals als „ihren Helden“ bezeichnet hat, weil ich das Werk bereits zum zweiten Mal aus der Versenkung geholt hatte.
 
Apropos „Held*innen“: Sind wir denn nicht alle miteinander Heldinnen und Helden, die wir mit stoischer Gelassenheit die mühsame Corona-Zeit mit martialischer Disziplin und Selbstbeschränkung ertragen haben? Denn nicht nur Sie als unsere treue Kultur-Klientel sowie die tapferen Mitarbeiter*innen der Bühne Baden sind Held*innen der Pandemieperiode, nein: auch alle Protagonist*innen der verschiedenen Stücke, die wir Ihnen 2021/2022 – endlich – präsentieren dürfen, sind es.
 
GRÄFIN MARIZA beispielsweise ist eine starke, selbstbestimmte Frau, die sich einerseits als business woman in einer von Männern dominierten Welt durchsetzen und sich nebenbei lästiger Verehrer erwehren muss, die es nur auf ihr Geld abgesehen haben. ROBIN HOOD, der mittelalterliche englische Held, kämpft unerschrocken gegen das Establishment, um die sozial Schwächeren vor Ausbeutern zu schützen. Der Milchmann Tevje und mit ihm alle Bewohner*innen des jüdischen Schtetls ANATEVKA sind klassische Alltagsheld*innen: Mit Gottvertrauen erdulden sie ihr Schicksal und lassen sich auch von den sich verändernden Moralvorstellungen der Jugend und von den das Terrain kontrollierenden brandschatzenden Russen nicht unterkriegen. Eine wahre Heldin ist auch Violetta Valéry in LA TRAVIATA. Unheilbar an Tuberkulose erkrankt, opfert die Nobel-Kurtisane ihr eigenes Glück der bürgerlichen Zukunft ihres Geliebten Alfredo. Und dann ist da die taffe Dolly Levi, die sich als junge Witwe in HALLO, DOLLY! mit allerlei Berufen finanziell über Wasser halten muss und dabei den Optimismus und ihren Lebensmut nie verliert.
 
Im Sommer 2022 schließlich ist es Josepha Vogelhuber, die als Hotelbesitzerin des WEISSEN RÖSSL ihre Frau steht – gefolgt von der in einem alten schlossartigen Anwesen am SUNSET BOULEVARD residierenden Stummfilm-Diva Norma Desmond, die sich selbst vorgaukelt, sie könne dank der ihr treu ergebenen Fans auf dem silver screen wieder voll durchstarten und beim Publikum reüssieren. Und schließlich wird mit Napoleon Bonaparte ein historisch nicht unumstrittener Held im Fokus der Operette KAISERIN JOSÉPHINE stehen, die seine Liebe zu Joséphine de Beauharnais zum Inhalt hat.
 
Mit den Gastspielen des Landestheaters Niederösterreich sowie mit vielen Konzerten von Publikumslieblingen, mit zahlreichen Kammerveranstaltungen, Einführungsmatineen und Operettencafés holen wir vieles von dem nach, was durch Covid-19 auf der Strecke blieb. Wir freuen uns, Ihnen einen Spielplan zu präsentieren, der auch unserer neuen Ballettchefin Anna Vita Gelegenheit bietet, ihre Handschrift zu zeigen, wenn unsere Compagnie mit dem weihnachtlichen Ballettabend DER NUSSKNACKER von Pjotr Iljitsch Tschaikowsky alle ihre Stärken ausspielen darf.
 
Lassen Sie uns am Ende einer langen – nicht nur künstlerischen – Durststrecke einen kräftigen Neubeginn setzen und auch weiterhin heldenhaft und mutig allen Herausforderungen mit Lebensfreude und neu erstarkter Energie, mithilfe ewig erfreuender musikalischer Unterhaltungskunst begegnen.
 
Herzlich
Ihr MICHAEL LAKNER
Künstlerischer Leiter

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